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News
20-07-10 16:48
Baden - Württembergische Meisterschaft, Sulzbach 17-18.07.2010
Mit nichts im Gepäck außer dünnen Trikots, einer kurzen Hose und einer Badehose ging es dieses Jahr zur Baden - Württembergischen Meisterschaft nach Sulzbach. Die Angst vor 40°C in der Halle bei einer Luftfeuchtigkeit von 100% war enorm. Der Vorschlag von Tim Ludwig den Trainingstag vor dem Turnier zur Akklimatisierung in Alu-Folie eingewickelt zu absolvieren konnte nicht mal als völliger Blödsinn abgetan werden. Ein Glück dass der Kickergott mit Petrus richtig dicke ist, denn im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen konnte das Wetter schon beinahe als kalt bezeichnet werden. Perfekt jedenfalls um im schönen Sulzbach Tischfußball zu spielen.
Wie immer kümmerte sich Oliver Maier mit einer Schar von freiwilligen Helfern um das leibliche Wohl der Spieler. Gegrilltes, Salate, belegte Semmeln, selbst gebackener Kuchen und kühle Getränke standen den willkommenen Besuchern rund um die Uhr zu günstigen Preisen zur Verfügung. Besonders die Herzlichkeit mit der die Sulzbacher die Gäste bewirten sorgt jedes Jahr für gute Stimmung auf dem Turnier.
Seitens der Turnierleitung war Benjamin Herm als ansässiger Sulzbacher Dirigent der Veranstaltung. Benni ist seit Mai frisch verheiratet, auch wenn man ihm das nicht ansieht, denn seinen Ring hat er vor dem Turnier "zum Tischaufbau" vorsichtshalber abgenommen. Obwohl er viel Zeit damit verbrachte unartikulierte Laute von sich zu geben, Spaßaufrufe übers Mikro zu machen und schweinische Witze zu erzählen, hatte er das Ruder immer fest im Griff. Einzelne Spieler die das Turnier verzögerten hatte er sogar unter besonderer Beobachtung, so dass das offene Doppel schon am Samstag zu Ende gespielt werden konnte.
Besonders im Visier hatte er an diesem Wochenende Andreas Esterbauer. Gleich in drei Disziplinen hat der Ösiblitz an diesem Wochenende eingeschlagen. Im DYP holte er mit Neulinge-Partner Micheal Kleinknecht in einem packenden Finale gegen Thierry Müller und Tyler Burgmann den ersten Platz. Zwei Sätze lang verzweifelte er an der Verteidigung Müllers, der die vielen Bälle nutzte um einen nach dem anderen von hinten zu verwandeln. Schon 0:2 in Sätzen zurück, stellte Esterbauer um, traf wieder und entschied das Spiel am Ende noch für sich.
Im offenen doppel mit Asimenia Kiroglou musste er sich am Ende doch noch den Perrins geschlagen geben, nachdem sie diese in der Gewinnerrunde bereits geschlagen hatten. Besonders bitter kam das für Asimenia, der, obwohl sie Weltmeistertitel sammelt wie andere Briefmarken, in ihrer Trophäensammlung als einzigstes der Pokal im offenen Doppel fehlt. Wollen wir hoffen dass ihr die Verwirklichung dieses Ziels nicht so schnell gelingt, damit sie uns beim Versuch es zu erreichen noch lange erhalten bleibt.
Der dritte Streich, und ich wage an dieser Stelle zu behaupten es war der wichtigste für ihn, gelang Esterbauer im Amateurdoppel. Spielerisch dieser Kategorie längst entwachsen, blieb ihm der Sieg in dieser Kategorie immer noch verwehrt. An der Seite von Hintermann Michael Heuwieser, dessen ruhiges Gemüt den hitzigen Ösiblitz vielleicht etwas gezügelt hat, gelang ihm nun endlich der längst überfällige Sieg in dieser Disziplin.
Noch einer der in Sulzbach endlich ein Ziel abhaken konnte war Frank Brauns. Nach etlichen Gewinnen im offenen Doppel holte er sich nun endlich den Sieg im offenen Einzel. Im Finale schlug er aus der Verliererseite kommend den schweizer Gilles Perrin mit 4:1. Geschossen hat er dabei im Finale, man höre und staune, nahezu ausschließlich linkslang Jet. Das Spiel gewann er aber nicht auf der Dreierreihe sondern in der Mitte, wo er Perrin nach Belieben dominierte. Dementsprechend angefressen zeigte sich Gilles nach dem Spiel, war es doch schon das zweite Finale das ihm bei diesem Turnier durch die Lappen ging. Im Mixed holte er sich "nur" Platz zwei mit Lena Schmidtbauer hinter Marc Balic und Simone Burkhardt. Der Sieg von Marc im Mixed war allerdings nicht ganz lupenrein. Der tiefe Ausschnitt bis fast zum Bauchnabel und die daraus hervorquellenden Brusthaare ließen die Verteidigerinnen dahinschmelzen wie Butter in der Sonne. Wenn man dann noch die wallende Haarpracht bedenkt grenzt es fast an ein Wunder dass überhaupt einer seiner Bälle gehalten wurde.
Im Vorfeld lange diskutiert, startete zum ersten mal in der Vereinsgeschichte der Versuch eines Pro Doppels bei einem P4P-Turnier. Mir persönlich gefiel die Disziplin besser als das ProAm, da die Vergabe von Elopunkten zusätzlichen Anreiz bietet diese Disziplin ernst zu nehmen, was bei einem ProAm nicht unbedingt der Fall war.
Zweite persönliche Bilanz des Pro Doppels ist dass Johannes Wahle stinkt, erdreistete er sich doch mit Hubi Weyer durch die Verliererrunde zu marschieren und das Finale 3:0 gegen Tim und mich zu gewinnen. Absolut unangebracht!
Bei den Damen gab es im Doppel ein Comeback. Nach eineinhalb Jahren Pause meldete sich Iris Kranz mit Partnerin Rebecca Moser zurück, die ihr erstes P4P Turnier spielte. Dass sie nichts von ihrer alten Klasse verloren hatte bewies Kranz mit einem Durchmarsch durch die Gewinnerrunde. Das Finale gewannen sie deutlich mit 2:0 gegen Stefanie Schmid und Melanie Moser, die sich über den zweiten Platz allerdings mindestens genauso sehr freuten wie die Gewinner über ihren Sieg. Im Einzel siegte die P4P-Weltmeisterin im Nationencup Noemi Berkeczy vor Nicole Röttcher und Imke Queitsch.
Nach zwei dritten Plätzen bei der WM gelang dem aufstrebenden Christian Freystein mit Partner Andree Sekulla der Sieg im Neulinge Doppel. Im Finale dominierten sie die Favoriten Struth und Sorger mit 3:0. Im Einzel schaffte es Thomas Tümp vor P4P Neueinsteiger Jens Heyens auf den ersten Platz.
Fehlt noch der Sieger im Amateur Einzel. Mit immer noch schwarz-rot-gold gefärbten Haaren hieß dieser in Sulzbach Andreas Hubatsch. Das dreitägige Training zusammen mit den Brüdern bei Thierry Müller hatte sich offenbar gelohnt. Platz zwei und drei ging mit Hans Thumann und Christian Heber ebenfalls nach Bayern.
Eine kleine Randbemerkung: Die sechsmonatige Alkoholabstinenz Niclas Grotes ist inzwischen bereits beendet. 1000€ musste er aber nicht berappen, er und einer seiner Mitstreiter sind im Laufe der Fußball WM zu dem Ergebnis gekommen, dass es ein ziemlich bescheuerter Zeitpunkt ist um Prohibition zu spielen wenn sich das restliche Land im Ausnahmezustand befindet. Der dritte im Bunde befindet sich aber noch mitten im Kampf, wir wünschen ihm für die nächsten Monate alles Gute.
Obwohl mit 199 Teilnehmern nur verhältnismäßig wenige Spieler angereist waren, dauerte es doch bis 21.00 Uhr bis das letzte Spiel zu Ende ging. Die immer gleichen Namen in den vorderen Platzierungen blockierten sich am Sonntag gegenseitig, so dass es sich am Schluss in die Länge zog. Dafür wurde für die Zuschauer gegen Ende noch der restliche Kuchen verteilt. Seitens eines Spielers, der unter dem Decknamen "zieherschießender Topspieler" anonym bleiben möchte, wurde dieser mit den Worten an die leicht mollige Überbringerin: "Nein danke, Kuchen macht dich. Iss du den mal." zurückgewiesen. Ansonsten wurde der Kuchen ohne weitere Ausschreitungen dankend angenommen. Damit geht es nun vorerst in die Sommerpause, nächster Zwischenstopp der P4P - Tour ist die Swiss Open in Zürich auf die sich die Spieler aber bis September gedulden müssen. Wer es bis dahin nicht aushält kann vom 7-8. August nach Hannover und dort den neuen Tisch testen den Leonhardt für die Bewerbung zum neuen P4P Tisch ins Rennen schickt. Die Entscheidung welcher Tisch es nun wird soll bereits Ende dieses Monats fallen. Man darf gespannt sein...




